Weber will 2011 wieder Gas gebenFest im Sattel und bereit, wieder Gas zu geben (Foto: Daniel Drescher)(Markdorf/sz) Albert Weber (Mitte) und seine Söhne Christian (links) und Daniel.
Gute Nachrichten aus dem Hause Weber: Das Markdorfer Unternehmen hat die Krise überwunden und will 2011 wieder durchstarten. Kurzarbeit ist bis Jahresende kein Thema mehr, in den USA hat das Unternehmen ein Werk von der Konkurrenz übernommen und bei Berlin entsteht ein neuer Standort. Außerdem will man investieren und neue Mitarbeiter anheuern.
Es war keine einfache Zeit, aber wir haben uns durchgebissen und jetzt braucht der Markt uns wieder“, sagt Firmengründer Albert Weber. Die Krise hat Spuren hinterlassen. In Ungarn und den USA musste das Unternehmen Mitarbeiter entlassen, „das war brutal“, sagt Albert Webers Sohn Christian, der ebenso wie sein Bruder Daniel in der Geschäftsführung des Unternehmens Verantwortung trägt. Am Standort Markdorf habe man das mit Kurzarbeit verhindern können, gleichwohl die Mitarbeiter auch Opfer bringen mussten. Das Thema Kurzarbeit hat sich aber spätestens bis Ende des Jahres erledigt, sind sich Vater und Sohn einig. Das Jahr 2011 soll sowieso ein starkes werden: Weber will neue Mitarbeiter einstellen – eine genaue Zahl gibt es nicht, aber sie soll „signifikant“ sein, so Christian Weber. „Es sind jedenfalls so viele Neueinstellungen geplant, dass er Personalabteilung der Schweiß auf der Stirn stehen wird.“ Die Kapazitätsgrenze werde in Markdorf und an den anderen Standorten überschritten, so dass Neuinvestitionen und Personaleinstellungen nötig würden.
Doch die Krise hat auch ihre Vorteile für Weber Automotive gehabt: Weil der St. Ingberter Autozulieferer Görtz & Schiele Insolvenz anmelden musste, konnte das Markdorfer Unternehmen ein Werk des Konkurrenten in Auburn Hills in der Nähe von Detroit im US-Bundesstaat Michigan übernehmen. Das passierte bereits auf dem Höhepunkt der Krise. Auf rund 20000 Quadratmetern wird Weber Automotive dort Komponenten herstellen. Dabei setzt das Unternehmen aus der Gehrenbergstadt auch auf strategische Partnerschaft: Die US-Autoschmiede Ford hat bei der Vergabe mehrerer Aufträge Weber Automotive ins Boot geholt. „Die USA sind für uns sehr bedeutsam“, sagt Albert Weber.
Fibertech-Partner kommt 2011
Und auch in der Unternehmenssparte Weber Fibertech tut sich etwas: Um beim Thema Faserverbundtechnologie den Durchbruch in der Automobilindustrie zu schaffen, wird Weber eine Partnerschaft vollziehen, heißt es seitens des Unternehmens. Markdorf soll dabei weiterhin als Entwicklungs- und Produktionsstandort erhalten werden. Für eine bestimmten Partner hat sich Weber noch nicht entschieden. Und wann fällt eine Entscheidung? „2011“, sagt Albert Weber knapp.
Das Unternehmen beschäftigt am Standort Markdorf derzeit 300 Mitarbeiter, weltweit sind es 500. Zu den Kunden innerhalb Europas gehören Autobauer wie Audi, Aston Martin, aber auch MAN, Zulieferer wie Bosch, ZF und Getrag. 75 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das badische Familien-Unternehmen in der Automotive-Sparte, am kleinsten ist der Unternehmensbereich Weber Fibertech.
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